Die
15 Regeln für gesundes Älterwerden - Inlineskaten
Anlässlich des Weltgesundheitstages
im Jahr 1999 entwickelte Prof. Dr. Andreas Kruse, Altersforscher an der
Universität Heidelberg, 15 Regeln für das gesunde Älterwerden,
die im Jahr 2004 von der Arbeitsgruppe "Gesund Altern" des Deutschen
Forums Prävention und Gesundheitsförderung aktualisiert wurden.
Der zentrale Gedanke dieser Ideen für den Alltag jenseits der 50
lautet, dass die Gesundheit im Alter vom Gesundheitsverhalten während
des gesamten Lebens beeinflusst wird. Deshalb ist es von Vorteil, seinen
Lebensstil schon frühzeitig auf Fitness und Gesundheit einzustellen.
Da es nie zu spät ist, etwas Gutes für sich zu tun, richten
sich die Regeln des gesunden Älterwerdens an Menschen aller Altersgruppen.
- Seien Sie in allen Lebensaltern
körperlich, geistig und sozial aktiv!
Suchen Sie nach Aufgaben, die Sie ansprechen und herausfordern.
Beachten Sie, dass Sie durch Ihr Verhalten in Ihrem Leben entscheidend
dazu beitragen, ob Sie ein hohes Alter bei erhaltener Gesundheit, Aktivität
und Selbständigkeit erreichen. Hier sind auch die Erfahrungen,
die Sie im Beruf und in der Familie gewonnen haben, nützlich. Ebenso
sind Ihre Freizeitaktivitäten eine bedeutende Grundlage für
die Kompetenz im hohen Alter.
- Leben Sie in allen Lebensaltern
gesundheitsbewusst!
Achten Sie also auf ausreichende Bewegung und ausgewogene
Ernährung, vermeiden Sie übermäßige Licht- bzw.
Sonnenexposition und Nikotin sowie andere Suchtmittel und gehen Sie
verantwortlich mit Alkohol und Medikamenten um. Achten Sie auch im Berufsleben
und bei Ihren familiären Aufgaben auf Ihre Gesundheit. Vermeiden
Sie lang anhaltende körperliche und seelische Überbelastung.
- Nutzen Sie Vorsorgemaßnahmen!
So können drohende Krankheiten frühzeitig
erkannt und eine Behandlung rechtzeitig eingeleitet werden. Ergreifen
Sie selbst die Initiative und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber,
was Sie für die Erhaltung Ihrer Gesundheit tun und auf welche Weise
Sie zu einem gesunden Altwerden beitragen können. Wenn Sie berufstätig
sind, informieren Sie sich auch darüber, welche präventiven
Angebote in Ihrem Betrieb oder Ihrem Wohnumfeld angeboten werden, um
körperliche Fehlbelastungen zu reduzieren sowie Folgen von übermäßigem
Stress entgegenzuwirken. Nutzen Sie diese Angebote.
- Es ist nie zu spät,
den eigenen Lebensstil positiv zu verändern!
Man kann in jedem Alter anfangen, ein gesundheitsbewusstes
und körperlich, geistig sowie sozial aktives Leben zu führen.
Durch die positive Veränderung des Lebensstils können Sie
auf bereits vorhandene Risikofaktoren - wie z.B. Stoffwechselstörungen,
Bluthochdruck, Übergewicht und Vorstufen des Hautkrebses - einwirken
und deren schädliche Einflüsse auf das Alter bzw. auf Ihre
Gesundheit verringern.
- Bereiten Sie sich auf
Ihr Alter vor!
Setzen Sie sich rechtzeitig mit der Frage auseinander,
wie Sie Ihr Leben im Alter gestalten möchten. Bereiten Sie sich
gedanklich auf Veränderungen in Ihrem Leben (z.B. auf den Berufsaustritt
oder den Auszug der Kinder) vor. Fragen Sie sich, mit welchen Chancen
und Anforderungen diese Veränderungen verbunden sind und wie Sie
diese nutzen bzw. wie Sie auf diese antworten können.
Denken Sie bei der Vorbereitung auf Ihr Alter auch an Ihre Wohnsituation.
Durch Veränderungen in Ihrer Wohnung können Sie dazu beitragen,
Ihre Selständigkeit zu erhalten. Die Beseitigung von Hindernissen
und der Einbau von Hilfsmitteln sind für die Erhaltung Ihrer Selbständigkeit
wichtig. Nutzen Sie die Wohnberatung vor Ort, z.B. eine Wohnraumberatung,
um Anregungen für sinnvolle Veränderungen in Ihrer Wohnung
zu erhalten. Bei dieser Beratung erhalten Sie auch Auskunft über
die finanzielle Unterstützung bei der Ausführung solcher Veränderungen.
- Nutzen Sie freie Zeit,
um Neues zu lernen!
Setzen Sie die Art der körperlichen, geistigen
und sozialen Aktivität, die Sie in früheren Lebensjahren entwickelt
haben, auch im Alter fort. Fragen Sie sich, inwieweit Sie im Alter daran
anknüpfen möchten. Nutzen Sie die freie Zeit im Alter, um
Neues zu lernen. Sie können auch im Alter Gedächtnis und Denken
trainieren. Setzen Sie sich bewusst mit Entwicklungen in Ihrer Umwelt
(z.B. im Bereich der Technik, der Medien, des Verkehrs) auseinander
und fragen Sie sich, wie Sie diese Entwicklungen für sich selbst
nutzen können.
- Bleiben Sie aktiv und
denken Sie positiv!
Bleiben Sie auch im Alter offen für positive Ereignisse
in Ihrem Leben. Bewahren Sie die Fähigkeit, sich an schönen
Dingen im Alltag zu erfreuen. Beachten Sie, dass Sie sich bei aktiver
Lebensführung und positiver Lebenseinstellung gesünder fühlen.
Wenn Sie eine persönlich ansprechende Aufgabe gefunden haben, wenn
Sie sich an schönen Dingen im Alltag freuen können und wenn
Sie in belastenden Situationen nicht resignieren, dann bleibt auch Ihr
gesundheitliches Wohlbefinden eher erhalten.
- Begreifen Sie das Alter
als Chance!
Begreifen Sie das Alter als eine Lebensphase, in der
Sie sich weiterentwickeln können. Sie können Ihre Fertigkeiten
und Interessen erweitern, Sie können zu neuen Einsichten und zu
einem reiferen Umgang mit Anforderungen des Lebens finden. Beachten
Sie, dass Sie sich auch in der Auseinandersetzung mit Belastungen und
Konflikten weiterentwickeln können.
- Pflegen Sie auch im Alter
Kontakte!
Beschränken Sie sich nicht alleine auf die Familie,
sondern denken Sie auch an Nachbarn, Freunde und Bekannte. Bedenken
Sie, dass auch der Kontakt mit jüngeren Menschen Möglichkeiten
zu gegenseitiger Anregung und Bereicherung bietet.
- Geben Sie der Zärtlichkeit
eine Chance!
Eine Partnerschaft, in der beide Partner Zärtlichkeit,
körperliche Nähe und Sexualität genießen, trägt
zur Zufriedenheit und zu körperlichem Wohlbefinden bei. Lassen
Sie sich nicht durch jene Menschen verunsichern, die meinen, dass Alter
und Zärtlichkeit oder Alter und Sexualität nicht zusammenpassen.
Diese Menschen haben unrecht.
- Trauen Sie Ihrem Körper
etwas zu!
Bewegen Sie sich ausreichend und treiben Sie Sport,
ohne sich zu überfordern. Sie erhalten damit Ihre körperliche
Leistungsfähigkeit. Sie tragen dazu bei, dass Ihr Stütz- und
Bewegungssystem elastisch und kräftig bleibt und dass Sie die Aufgaben
des Alltags leichter bewältigen können. Sie spüren Ihren
Körper auf angenehme Art und Weise. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt
darüber, welche Art des körperlichen Trainings für Sie
die richtige ist. Suchen Sie sich eine Sportgruppe, denn gemeinsam macht
es nochmals soviel Spaß!
- Gesundheit ist keine
Frage des Alters!
Fragen Sie sich deshalb immer wieder, was Sie tun können,
um im Alter Ihre Gesundheit, Selbständigkeit und Selbstverantwortung
zu erhalten. Beachten Sie: Allein des Alters wegen büßen
wir nicht die Gesundheit sowie die Fähigkeit zur selbständigen
und selbstverantwortlichen Lebensführung ein.
- Nehmen Sie Krankheiten
nicht einfach hin!
Wenn Erkrankungen auftreten, so wenden Sie sich an Ihren
Arzt. Eine frühzeitige Diagnose bedeutet eine erfolgreichere Therapie.
Auch im Falle einer chronischen Erkrankung ist der regelmäßige
Besuch der ärztlichen Sprechstunde notwendig. Beachten Sie, dass
Ihnen auch bei Einbußen des Seh- und Hörvermögens geholfen
werden kann. Nehmen Sie diese nicht einfach hin. Sprechen Sie vielmehr
mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten an Hilfsmitteln und
nutzen Sie diese, wenn sie verordnet werden.
Wenn Sie durch Erkrankungen in Ihrer Selbständigkeit beeinträchtigt
sind, erweist sich eine Rehabilitation oft als sinnvoll und notwendig.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Rehabilitationsaussichten
in Ihrem speziellen Fall. Bedenken Sie, dass die Rehabilitation besonders
dann erfolgreich sein wird, wenn Sie selbst alles tun, um Ihre Selbständigkeit
wiederzuerlangen.
- Suchen Sie nach guter
Hilfe und Pflege!
Wenn Sie hilfsbedürftig oder pflegebedürftig
geworden sind, so suchen Sie nach Möglichkeiten einer guten Hilfe
und Pflege. Achten Sie darauf, dass Ihnen durch die Hilfe oder Pflege
nicht Selbständigkeit und Selbstverantwortung genommen, sondern
dass diese erhalten und gefördert werden. Falls Sie von Ihren Angehörigen
betreut werden, so achten Sie mit darauf, dass diese nicht überfordert
werden und ausreichend Unterstützung erhalten.
- Haben Sie Mut zur Selbständigkeit!
In belastenden Situationen sollten Sie sich fragen,
wie Sie mit dieser Belastung am Besten fertig werden, was Ihnen gut
tun könnte, mit welchen Menschen Sie zusammen sein möchten,
wie Ihnen diese helfen können und wann Ihnen die Hilfe anderer
zu viel ist. Wenn Sie Hilfe benötigen, so trauen Sie sich, um diese
Hilfe zu bitten. Haben Sie aber auch den Mut, Hilfe abzulehnen, wenn
Sie sich durch diese in Ihrer Selbständigkeit beeinträchtigt
sehen.
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